Starke Leistung nicht belohnt

Die Bittenfelder bleiben dadurch vorerst auf Platz 13 und müssen im nächsten Heimspiel unbedingt punkten, um den Abstand auf den Relegations-Abstiegsplatz (16. Tabellenplatz) wieder zu vergrößern. Mit Leistungen wie in diesem Spiel ist dieses zweifelsohne möglich.

Die über 1600 Zuschauer in der Bayer-Arena von Wuppertal staunten nicht schlecht: Da präsentierte sich mit den Gästen nicht wie erwartet ein Punktelieferant, sondern ein Team, das vor Klasse und Selbstbewusstsein nur so strotzte und die heimischen „Löwen“ weitaus mehr forderte und bändigte, als diesen lieb war.

Bittenfeld übernahm früh die dominierende Rolle. Das Team machte da weiter, wo es gegen die SG Bietigheim nach der ersten Spielhälfte stehen geblieben war: Aus einer variablen und aggressiven 6:0-Deckung heraus wurde schnell nach vorne gespielt und der Gegner mit Tempo-Gegenstößen und verwirrenden Angriffs-Kombinationen permanent unter Druck gesetzt. Dass es am Ende dieser erstklassigen Vorstellung nicht zu einem Punktgewinn reichte, lag im Wesentlichen an HC-Torwart Grischa Hannawald, der mit Top-Paraden und viel Glück selbst die besten Chancen der Bittenfelder zunichte machte.

Stark im Angriff: Seitner und Schweikardt

Im Angriff des TVB beeindruckten insbesondere Sebastian Seitner und Jürgen Schweikardt als Regisseure und Vollstrecker sowie Adrian Wehner, Simon Baumgarten und Marco Hauk. Abwehrchef Ludek Drobek schaltete sich immer wieder überraschend in das Angriffsspiel ein und hatte dabei in der Deckung im schnellen Alexander Heib eine clevere Unterstützung. Im TVB-Tor hielten Björgvin Gustavsson und Benjamin Krotz gewohnt sicher und zuverlässig.

Beide Mannschaften begannen mit hohem Tempo und Einsatz. Beim TVB fehlten Florian Schöbinger und Kai Häfner, dafür spielte Valentin Weckerle. Anfangs lagen die Gastgeber meist in Führung, in der 11. Minute erzwang Schweikardt erstmals die Führung für Bittenfeld, zur Pause aber stand es 16:16.

Tor durch Torwart Hannawald

Im zweiten Durchgang steigerte sich der TVB nochmals. Schweikardt, zweimal Wehner, Hauk und Seitner erhöhten auf 21:17, verzweifelt kämpfte der HC um den Anschluss, Keeper Hannawald verhinderte weitere Treffer. Emotionen und Spannung waren am Siedepunkt. Drobek und Wehner mussten nacheinander auf die Strafbank. Torwart Hannawald verkürzte auf 23:24, als er den Ball ins leere Tor des TVB warf, weil dieser gerade seinen Torwart wechselte. Und schließlich musste auch Baumgarten zwei Minuten strafsitzen. Dann war es so weit: Der HC glich durch Siebenmeter zum 24:24 aus.

Die Dramatik spitzte sich immer weiter zu. 50. Minute: 28:27 durch Hauk, 52. Minute Zeitstrafe Schweikardt, 53. Minute Zeitstrafe Seitner, 55. Minute Zeitstrafe Hauk. 32:31 stand es, als noch 30 Sekunden zu spielen waren. Aber es reichte nicht mehr. Ein starker TVB verlor, vorwärts stürmend und unverdient.

TV Bittenfeld: Gustavsson, Krotz; Seitner (8), Weckerle, Prasolov (1), Schweikardt (7/2), Heib, Baumgarten (4), Wehner (5), Hauk (4), Drobek (2).

Bergischer HC: Hannawald (1), Huhnstock; Fuchs (2/2), Nippes (2), Hoße (2), Vitek (7), Hinze (2), Klev (3), Quade, Kluge (4), Duin (2), Aschenbroich (1), Reinarz (7/1).