Es geht um Punkte – und ein bisschen mehr

TV Bittenfeld (13. Platz, 16:24 Punkte) – SG BBM Bietigheim (4. Platz, 25:15 Punkte/heute, 20 Uhr, Gemeindehalle Bittenfeld) Vor der Saison hatten sich die Ziele des TV Bittenfeld und der SG BBM Bietigheim nicht wesentlich unterschieden. Der TVB wollte einen einstelligen Tabellenplatz, die SG ins vordere Drittel. Die Bietigheimer liegen nach etwas mehr als der Hälfte der Runde im Plan und haben sogar in den Kampf um den zweiten Platz eingegriffen, der am Ende die Aufstiegsspiele zur ersten Bundesliga bedeutete. Die Bittenfelder indes sind dort gelandet, wo sie unter keinen Umständen hin wollten: Es geht auch in dieser Saison gegen den Abstieg.

Mit den beiden Siegen nach der Winterpause gegen Groß-Bieberau und in Leichlingen entfernten sich die Bittenfelder zwar vom Relegationsplatz. Für TVB-Trainer Günter Schweikardt besteht jedoch kein Grund zur Entwarnung. „Wir sind nach wie vor nur zwei Punkte vom drittletzten Platz entfernt“, sagt er. Natürlich sei er froh über die beiden „Pflichtsiege“. Die Situation vor dem Leichlinger Spiel sei angespannt gewesen. Umso mehr freute er sich über die konzentrierte Leistung seiner Mannschaft beim sicheren 36:27-Sieg – gegen einen allerdings schwachen Gegner. Immerhin war’s der höchste Auswärtserfolg. Außerdem hat der TVB zum ersten Mal in dieser Saison in zwei aufeinanderfolgenden Spielen die Halle als Sieger verlassen.

Nun warten zwei besonders schwere Spiele auf den TVB. Bevor’s zum Tabellenzweiten Bergischer HC geht, kommen heute die Bietigheimer in die Gemeindehalle. Die beiden Siege gegen Oftersheim/Schwetzingen und Obernburg und die schwächelnde Konkurrenz haben dem Team von Trainer Uwe Rahn plötzlich die Chance auf Platz zwei eröffnet. „Wenn man die Tabelle betrachtet, ist Bietigheim eindeutig der Favorit“, sagt Schweikardt. „Andererseits sagt die Tabelle nicht immer etwas aus über das tatsächliche Leistungsvermögen.“

Der Bietigheimer Kader ist durchweg sehr gut besetzt. Besonders viele Alternativen hat Uwe Rahn im Rückraum – auch ohne den verletzten Junioren-Nationalspieler Julian Pflugfelder und Sebastian Sauerland. Letzterer schloss sich vergangene Woche dem Baden-Württemberg-Oberligisten HV Stuttgarter Kickers an. Übrig geblieben sind Christian Heuberger, Christian Löffler, Nico Kibat, Robin Haller – und zwei Ex-Bittenfelder. Patrick Rothe bekam vergangene Woche Gesellschaft: Pierre Freudl vom Regionalligisten TSV Neuhausen/Filder, der eigentlich erst zur neuen Runde kommen sollte, feierte schon gegen Obernburg sein – sehr gutes – Debüt.

Schweikardt will sich von der Klasse der Einzelspieler nicht beeindrucken lassen. „Entscheidend ist immer, was man als Mannschaft auf die Platte bringt“, sagt er und scheut Vergleiche zwischen den Spielern beider Teams. „Jeder Trainer ist natürlich von seiner Mannschaft überzeugt.“

Egal, wer heute Abend die Gemeindehalle als Sieger verlassen wird: Die Fans dürfen sich auf ein spannendes und wahrscheinlich auch hitziges Duell freuen. In der vergangenen Saison hatten die Ordner alle Hände voll zu tun, den Bietigheimer Robin Haller vor den aufgebrachten Fans zu schützen. Die warfen Haller Provokation und Schauspielerei vor. Schweikardt hofft, dass alle die Nerven behalten werden. „Cleverness und Disziplin werden entscheidend sein.“

Die DHB-Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel dürften gut vorbereitet sein auf ihre schwere Aufgabe. „Wir sind es auch“, sagt Schweikardt, der auf den gesamten Kader zurückgreifen kann. Also zum ersten Mal in diesem Jahr auch auf Linkshänder Kai Häfner vom Erstligisten FA Göppingen.

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Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner