Starke Abwehr sichert wichtige Punkte

Bereits zehn Sekunden vor der Schlusssirene riss der isländische Keeper des TVB die Hände nach oben, drehte sich zur Zuschauertribüne und ließ einen Freudenschrei los. Endlich durfte die Anspannung weichen. Der Druck auf die Mannschaft war während des gesamten Spiels zu spüren gewesen. Bloß nicht den Neustart nach der Winterpause und dem Trainerwechsel vergeigen, bloß nicht noch weiter in der Tabelle abrutschen, bloß nicht an die Negativserie von 1:9 Punkten aus den letzten Spielen des abgelaufenen Jahres denken.

Lohn für die Trainingsarbeit: Die Defensive stand sehr gut

Die positive Erkenntnis nach dem hart erkämpften Erfolg: Die Bittenfelder haben dem Druck standgehalten und dabei die goldene Regel im Abstiegskampf beachtet – wie’s aussieht, ist egal, Hauptsache die Punkte werden eingesackt. Deshalb war im Training besonderer Wert auf die Arbeit in der Defensive gelegt worden. Und die klappte in der Partie vorzüglich. Jeder Spieler schuftete für den anderen, der Gegner hatte kaum die Möglichkeit, einmal frei zum Abschluss zu kommen.

Und wenn doch mal ein Ball in Richtung TVB-Tor kam, war Björgvin Gustavsson zur Stelle. Oder der Pfosten – Glück gehört eben auch dazu. Der Keeper erwischte jedenfalls einen Glanztag. In der ersten Hälfte etwa parierte er hintereinander zwei Siebenmeter und verhinderte damit einen größeren Rückstand für den TVB. Im Hinspiel hatte Groß-Bieberau die Schwaben mit einer bitteren 20:35-Klatsche nach Hause geschickt. Diesmal gelangen dem Tabellensechsten vor der Pause nur zehn Treffer.

Allerdings erzielte Bittenfeld auch nicht viel mehr. Zwölf Treffer in 30 Minuten waren die karge Ausbeute. Im Spiel nach vorne war den Bittenfeldern die Nervosität jederzeit anzumerken. Die Angriffsbemühungen wirkten oft umständlich und verkrampft, zahlreiche technische Fehler gesellten sich hinzu. Zu oft scheiterten die Bittenfelder am ebenfalls überzeugenden TSG-Keeper Felix Beck oder warfen den Ball weit über das Tor.

Der Beginn der Partie war für die Zuschauer besonders zäh gewesen. Beide Mannschaften tasteten sich ab und agierten behäbig. Erst in der 6. Minute fiel der Treffer zum 1:1 durch den Bittenfelder Sebastian Seitner. Mit Kai Häfner, der zeitgeich mit dem Erstligisten FA Göppingen spielte, fehlte dem neuen, alten TVB-Trainer Günter Schweikardt eine wichtige Alternative im Angriff. Doch Seitner übernahm Verantwortung und machte ein starkes Spiel. Die Hausherren lagen immer wieder zurück, ließen die TSG aber nie auf mehr als zwei Tore davonziehen. Das Team kämpfte und wurde belohnt: In der 13. Minute fiel das 5:4. Es war die erste Führung für die Bittenfelder, und sie gerieten nicht mehr ins Hintertreffen.

Bittenfeld spielte in Überzahl zu hektisch und kassierte Tore

Nach dem Seitenwechsel ging die Abwehrschlacht weiter. Beim Stand von 15:12 (35.) hatte der TVB in Überzahl die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen. Doch statt ruhig auf die Chance zum Wurf zu warten, agierte die Mannschaft hektisch. Die Konsequenz: zwei leichte Tore für die TSG. Nicht wenige Zuschauer schlugen die Hände vors Gesicht. Es kam wie befürchtet. Die Gäste glichen zum 15:15 aus.

Doch Bittenfeld zeigte Moral. Fehler des Gegners wurden nun konsequenter ausgenutzt, die Gastgeber setzten sich bis zur 52. Minute auf 23:17 ab. Dann gewann das Nervenflattern wieder die Überhand. Abwehrchef Ludek Drobek kassierte nach seiner dritten Zweiminuten-Strafe Rot, die TSG kam noch einmal heran. Doch zu spät, Bittenfeld siegte verdient mit 25:23.

TV Bittenfeld: Gustavsson; Seitner (5), Schöbinger (2), Prasolov, Schweikardt (5/2), Heib, Baumgarten (5), Wehner (4), Hauk (4), Drobek TSG Groß-Bieberau: Beck, Hümmer; Göbel (1), Knobloch (3/2), Seeger (2), Nowakowski (1), A. Rybakov (2), Konrad (3), Schellhaas (1), Bauer, Neumann (5), Schubert (1), D. Rybakov (2), Kossler (2)

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Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Mathias Schwardt