Jetzt wird’s ernst für den TVB

Vorweihnachtsfreuden sehen anders aus. Deprimiert entfernten sich die Spieler und Fans des TVB vom Ort des Geschehens. Nicht nur aufgrund der Niederlage: Florian Schöbinger, in der Partie einer der auffälligsten und aktivsten TVB-Spieler, hatte mit einer schweren Gehirnerschütterung in das Erlanger Klinikum gebracht werden müssen. Sechs Minuten vor dem Ende war er mit voller Wucht mit einem zum Wurf ansetzenden Gegenspieler zusammengeprallt. Schöbinger blieb danach minutenlang bewusstlos liegen.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 18:17 für den HCE. Der TVB hätte da schon klar führen müssen. Aber einmal mehr scheiterte das Team an seinen Nerven und Unzulänglichkeiten. Hinzu kam, dass sich der TVB von dem zur Hochform auflaufenden Erlanger Torwart Bayerschmidt und einer aggressiv spielenden 4:2- und 5:1-Deckung des Gegners viel zu sehr beeindrucken ließ und seine Souveränität einbüßte.

Die Gäste waren mit Ausnahme von Kai Häfner vollzählig angetreten. Vor knapp 1000 fanatischen Zuschauern, darunter über 50 TVB-Fans, begann das Team mit dem isländischen Nationalkeeper Gustavsson im Tor. In der 8. Minute scheiterte Kleefeld mit seinem zweiten Siebenmeterwurf am glänzend parierenden Erlanger Torwart. Immerhin glich Simon Baumgarten mit einem Doppelschlag zum 4:4 aus, Sebastian Seitner brachte die Gäste erstmals in Führung (5:4).

Die TVB-Abwehr, mit Schöbinger und Ludek Drobek im Zentrum, ackerte und erarbeitete Chance um Chance. Jedoch scheiterte der Angriff ein ums andere Mal am HCE-Keeper und ließ das Kombinationsspiel vermissen. Der Spielfluss war dahin, selbst die besten Torchancen wurden vergeben. Erlangen kämpfte und glich zum 6:6 aus. Zur Halbzeit stand’s 9:9 – eine magere Torausbeute auf beiden Seiten. Ein gelungener Kempatrick von Jürgen Schweikardt zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff hätte den TVB nochmals in Führung bringen müssen, aber auch Evgeni Prasolov scheiterte am Keeper.

Nach der Pause setzten sich die Gastgeber zunächst ab

Nach Wiederbeginn wurde das Spiel deutlich härter. Im Spiel nach vorne lief beim TVB nun kaum etwas zusammen. Bis zur 45. Minute setzte sich der HCE klar auf 18:12 ab. Bittenfeld wechselte den Torwart. Benjamin Krotz kam für den keineswegs enttäuschenden Gustavsson. Evgeni Prasolov mit einem Doppelschlag sowie Simon Baumgarten verkürzten auf 15:18. Unermüdlich trieb der stark spielende Schöbinger sein Team weiter an. Mit Erfolg: Der TVB kam auf 17:18 heran (52.).

Es folgte die Verletzung Schöbingers. Die Gastgeber nützen den Schock. Sie erhöhten auf 19:17 und 20:18, bevor der TVB nochmals alles in die Waagschale warf und mit prächtigen Toren von Sebastian Seitner, Adrian Wehner und Jürgen Schweikardt zum 20:20 ausglich (56.). Der fast unüberwindliche Keeper Krotz hatte maßgeblichen Anteil an dieser Bittenfelder Aufholjagd. 66 Sekunden vor Schluss musste er sich jedoch geschlagen geben, und der HCE lag mit 21:20 in Front. Aber noch war das Spiel nicht zu Ende. Sekunden vor Schluss kam Schweikhardt völlig frei an der Kreismitte zum Wurf – und scheiterte am HCE-Torwart. Abpfiff. Während die HCE-Spieler und -Fans ihren Helden feierten, mussten die Bittenfelder ihren Kapitän trösten.

HC Erlangen: Bayerschmidt, Zapf; Müller, Schwandner (2), Münch, G. (4), Kirchner, Münch, H., Wannenmacher (3), Nienhaus, Krämer (1), Auer (3), Schmidtke (2), Stumpf (6/1), Luther TV Bittenfeld: Gustavsson, Krotz; Seitner (3), Schöbinger (2/2), Prasolov (2), Schweikardt (2/1), Heib (1), Baumgarten (5), Kleefeld (1/1), Wehner (2), Hauk (2), Drobek

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Horst Jung – www.zvw.de