Gustavsson hält den Punkt fest

Die Voraussetzungen, den Spitzenreiter zu ärgern, waren für den TVB nicht so gut wie erhofft: Der mit Zweifachspielrecht beim Erstligisten FA Göppingen ausgestattete Kai Häfner bekam keine Freigabe.

Häfners Fehlen beeindruckte seine Kollegen allerdings nicht. Der TVB begann gegen die mit sechs Nationalspielern angetretenen Düsseldorfer respektlos und konzentriert. Dem Tabellenführer unterliefen im Spielaufbau etliche Fehler, häufig spielte er gegen die aufmerksame Bittenfelder Abwehr nahe am Zeitspiel. Nach zwölf Minuten führte der Außenseiter mit 7:3.

Nach einer Auszeit kam Düsseldorf besser ins Spiel. Valdas Novickis übernahm die Spielmacherposition und war gefährlichster Angreifer der Gäste. Hervorragend im Griff hatten die Bittenfelder den österreichischen Nationalspieler Patrick Fölser am Kreis und die Halbposition der HSG. Dank Novickis schaffte Düsseldorf mit vier Toren in Folge den 7:7-Ausgleich (20.). Adrian Wehner, der sich auch von ein paar Fehlversuchen nicht entmutigen ließ und ein prima Spiel machte, holte beim 9:7 die Führung zurück. Fortan bestimmten die Abwehrreihen das Spiel. TVB-Keeper Benjamin Krotz fand gut ins Spiel und stach seinen Gegenüber Almantas Savonis zunächst klar aus. Nach und nach indes steigerte sich der litauische Nationalspieler und avancierte zum besten Düsseldorfer. Am Ende standen 21 Paraden auf seinem Konto.

Die Düsseldorfer gingen in der Defensive ordentlich zur Sache. Die konsequenten Schiedsrichter Jochen Fischer und Matthias Hetzel schickten Abwehrchef Fölser nach 22 Minuten schon zum zweiten Mal für zwei Minuten auf die Bank. Noch grober zu Werke ging Robert Heinrichs: Nach einem rüden Foul an Sebastian Seitner sah er die Rote Karte (24.). Torarm mit 11:11 ging’s in die Halbzeit.

Nach der Pause ersetzte Björgvin Gustavsson im Tor Krotz. Der Isländer hielt die beiden ersten Bälle gegen Frank Berblinger. Wehner machte da weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Immer besser in Schwung kam Patrick Kleefeld. Bei fünf Kontern und drei Siebenmetern behielt er die Nerven, nachdem Jürgen Schweikardt und Florian Schöbinger an Savonis gescheitert waren. Binnen fünf Minuten hatte sich Bittenfeld auf 16:12 abgesetzt. Gustavsson hielt weiter glänzend.

Warum die Düsseldorfer eine Spitzenmannschaft sind, zeigten sie zwischen der 40. und 43. Minute. Der TVB schwächelte, die HSG blieb kühl und schaffte beim 18:17 die erste Führung im Spiel. Nun schien es so, als ginge den Bittenfeldern die Luft aus – zumal sie von der 45. Minute an ohne Linkshänder im rechten Rückraum auskommen mussten. Seitner verletzte sich am Knie. Der TVB stemmte sich aber auch nach dem 18:20 (46.) mit großem Herzen gegen die Niederlage. Kleefelds Zaubertor zum 22:21 brachte die Führung zurück (53.), dann wurde es hitzig auf dem Feld. Die HSG glich zweimal aus (22:22 und 23:23), Marco Hauk legte den Ball spektakulär zum 24:23 ins Netz.

Schlechte Karten hatte der TVB, nachdem die Schiedsrichter Florian Schöbinger unberechtigterweise zwei Minuten aufbrummten. Berblinger erzielte das 24:24, im letzten Angriff des TVB wurde Schweikardt geblockt. Düsseldorf hatte die letzte – sehr gute – Chance zum Siegtreffer. Doch Gustavssons toller Reflex brachte die Halle zum Kochen und dem TVB das Remis.

Für TVB-Trainer Henning Fröschle war’s ein hochverdienter Punkt. „Wir haben eher einen verloren“, sagte er. „Wenn wir das Tempo über 60 Minuten hoch gehalten hätten, hätten wir gewonnen.“ Aber natürlich war der Coach mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden.

TV Bittenfeld: Krotz, Gustavsson; Seitner (2), Schöbinger (1/1), Prasolov, Lenz, Schweikardt (2), Heib, Baumgarten, Wehner (8), Hauk (3), Drobek, Kleefeld (8/3)

HSG Düsseldorf: Savonis, Puhle; Heinrichs, Berblinger (6/4), Pöter (5), Ramota, Fölser, Novickis (6), Kourtchev (2), Kogut (2), Wernicke, Sulc (1), Asgeirsson (2)

Quelle: Waibliner Kreiszeitung – Thomas Wagner