Deutschland statt Coburg

HSC Coburg (8. Platz, 13:11 Punkte) – TV Bittenfeld (14. Platz, 9:15 Punkte/Samstag, 16 Uhr). Ein Sieg in Obernburg hätte den TV Bittenfeld punktgleich mit Concordia Delitzsch auf Rang zehn gebracht. Durch die 29:30-Niederlage tritt der TVB weiter auf der Stelle – und muss aufpassen, dass er angesichts des schweren Programms bis Weihnachten nicht noch tiefer in den Schlamassel gerät.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, es ist ein Aufwärtstrend zu erkennen“, sagt TVB-Trainer Henning Fröschle. Er könne keinem Spieler einen Vorwurf machen, am Ende hätten Kleinigkeiten entschieden. Dabei habe keinesfalls der Obernburger Torhüter Milos Hacko den Unterschied gemacht – auch wenn er in der Schlussphase zwei wichtige Bälle gehalten habe. Björgvin Gustavsson habe nach seiner Einwechslung für den glücklosen Benjamin Krotz mit einer Quote von 37 Prozent gehaltenen Bälle ordentlich gespielt.

Dass die Punkte in Obernburg blieben, schmerzt den Coach. „Mit einem Sieg wäre die Welt einigermaßen in Ordnung gewesen, so sieht’s schon bedrohlich aus.“ Sprich: Der zweite Auswärtssieg muss möglichst schnell her. Vielleicht in Coburg?

Nach einem prima Start und 10:2 Punkten läuft’s beim Vorjahresvierten längst nicht mehr rund. 3:9 Punkte stehen für das Team von Trainer Hrvoje Horvath zu Buche, dabei unterlag es unter anderem den beiden Aufsteigern TSG Groß-Bieberau und Leichlinger TV. In eigener Halle ist der HSC dabei wesentlich stärker als in der Fremde, die einzige Niederlage setzte es beim 28:32 gegen Hüttenberg. Trotzdem: 13:11 Zähler sind nicht das, was sich die ambitionierten Coburger vor der Saison vorgestellt hatten. Schließlich hat sich der Kader gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Martin Reuter ist der einzige Abgang, mit Christian Rose holte sich Coburg einen ehemaligen deutschen Nationalspieler für den Rückraum.

Der 31-jährige Ex-Züricher ist nicht der einzige sehr erfahrene Spieler im Rückraum: Anton Lakiza (34), Christian Pack (32) und Vladimir Suma (37) sind mit allen Wassern gewaschen. Sehr gut besetzt sind die Coburger aber auch am Kreis mit Kamil Piskac und auf den Außenpositionen mit den flinken Florian Lendner und Ronny Göhl.

„Der HSC hat eine sehr gute Mannschaft und gute Wechselmöglichkeiten“, sagt Fröschle. Respekt hat er vor allem vor Suma, der den Kreis und den Außen hervorragend einsetze. Wie’s ausgehen kann, wenn’s den Coburgern läuft, mussten die Bittenfelder in der vergangenen Saison bei der 30:44-Schlappe erfahren. Fröschle will Coburg mit Tempohandball begegnen. „Im Positionsangriff ist Coburg stärker als wir.“ Die personelle Situation ist – fast – sehr gut. Marco Hauk, der wegen eines Kieferbruchs sechs Spiele fehlte, feiert sein Comeback. Auch Kai Häfner ist wieder dabei. Ein dickes Fragezeichen steht hinter Ludek Drobek (Achillessehnenverletzung).

Nur das Torhütergespann des TVB ist diesmal ein anderes: Für Björgvin Gustavsson, der mit der Nationalmannschaft im Einsatz ist, wird Steffen Lehle aus der Landesligamannschaft aufrücken.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner – www.zvw.de