Euphorie schon wieder verflogen

Die Euphorie nach dem brillanten 31:29-Erfolg über Ortenau hielt nicht mal eine Woche an. In Hüttenberg schien es, als sei eine andere Bittenfelder Mannschaft angetreten. Selbst die Gastgeber waren verwundert, wie leicht ihnen der erstmalige Heimsieg über den TVB gemacht wurde. Hatten sie doch die Bittenfelder bei ihren Auftritten in Mittelhessen bisher immer ganz anders erlebt – ausgestattet mit einem dominanten Siegeswillen. Auch Psychologen dürfte es schwerfallen, den sich von Spiel zu Spiel wechselnden Charakter des TVB-Teams zu erklären.

Bleiben die Fakten: Bittenfeld hat in einem sehr mäßigen Zweitligaspiel seine Chancen auf einen Auswärtssieg einmal mehr nicht genutzt. Vor allem nach der Pause wurde das spielerische Potenzial nicht abgerufen. Mitverantwortlich für die Niederlage waren zweifellos die Ausfälle von Leistungsträgern wie Drobek (Deckung), Hauk (Deckung und Angriff) und Häfner (Angriff). Aber auch das nahezu kollektive Versagen von Florian Schöbinger, Adrian Wehner sowie Alexander Heib. Die drei Akteure waren besonders in den zweiten 30 Minuten im Offensivspiel und bei ihren Abschlüssen ein Schatten ihrer selbst.

Zu viel Last lag so auf den Schultern der guten Sebastian Seitner, Jürgen Schweikardt und Simon Baumgarten. Im Tor bewies Benjamin Krotz erneut seine außerordentlichen Fähigkeiten und entschärfte unter anderem zwei Siebenmeter. Evgeni Prasolov, Patrick Kleefeld auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußenposition, David Krammer sowie Marcel Lenz rechtfertigten ebenfalls das Vertrauen ihres Trainers Henning Fröschle.

Negativ fielen dagegen die zahlreichen vergebenen klaren Torchancen auf. Unter anderem wurden hintereinander zwei Siebenmeter verworfen (Schöbinger, Schweikardt). Zudem tut sich Björgvin Gustavsson derzeit im Tor schwer, mit den guten Leistungen von Krotz mitzuhalten.

In der ersten Hälfte hatte der TVB vor 1100 Zuschauern, darunter rund 50 TVB-Fans, noch gut mitgehalten. Die Mannschaft hätte mit einer klaren Führung in die Pause gehen können. Ballverluste, unkonzentrierte Abschlüsse und das Auslassen klarster Torchancen verhinderten das jedoch. Trotz der starken Auftritte von Seitner, Schweikardt, Baumgarten und Krotz ging’s mit 13:15 in die Pause.

Nach Wiederbeginn zog Hüttenberg innerhalb von vier Minuten auf 19:13 davon. Das war die Vorentscheidung. Aufgrund seiner Defizite war der TVB nicht mehr imstande, das Spiel noch zu drehen. In der 40. Minute stand es bereits 23:17 für die Hausherren, in der 45. Minute 27:18. In der Schlussphase trafen endlich auch mal Heib, Wehner und Schöbinger für die Gäste. Zu spät: Bittenfeld verlor 25:32.

TV Bittenfeld: Krotz, Gustavsson; Seitner (7), Schöbinger (1), Prasolsov (3), Lenz, Schweikardt (4), Heib (1), Baumgarten (4), Kleefeld (3/1), Krammer, Wehner (2) TV Hüttenberg: Strzelec, Lang; Lex (4), Laudt (1), Dettling (2/2), Stelzenbach (5), Jezewski (3), Rigterink (2), Lex, Scholz, Bepler (2), Langenbach (2), Billek (6), Attendörfer (5)

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Horst Jung