5400 Fans feiern den TVB

Nach den jüngsten Misserfolgen und herber Kritik kam der fulminante Auftritt gegen einen starken Gegner gerade recht. Großer Jubel mischte sich mit riesengroßer Erleichterung – oder einfach nur Genugtuung. „Das war gut, einfach nur gut“, sagte Günter Schweikardt, Sportlicher Leiter des TVB, während sich die Spieler auf dem Boden sitzend von den Fans feiern ließen.

Groß war der Druck auf die Bittenfelder nach vier Niederlagen in Folge und dürftigen Leistungen. Davon indes war wenig zu spüren. Der TVB, ohne die verletzten Marco Hauk und Ludek Drobek, startete hochkonzentriert ins Spiel gegen den Tabellendritten und Aufstiegskandidaten. Die 6:0-Abwehr war flink auf den Beinen und ließ den gefährlichen Rückraumschützen der HR Ortenau wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Und im Tor erwischte Benjamin Krotz einen jener Glanztage, den der TVB braucht, um einen scheinbar übermächtigen Gegner zu schlagen. Krotz hielt so gut, dass der isländische Nationalkeeper Björgvin Gustavsson 60 Minuten auf der Bank saß und Krotz immer wieder anfeuerte.

Mühe hatte Krotz allerdings mit den trickreichen Hüft- und Schlagwürfen von Sandro Catak. Dass ausgerechnet er zunächst der gefährlichste Angreifer der Gäste war, sprach für die starke Leistung der TVB-Abwehr auf den Halbpositionen.

Nach sieben Minuten, beim 5:5, hatte die HR Ortenau zum letzten Mal den Ausgleich erzielt. Florian Schöbinger, wie Jürgen Schweikardt stark verbessert, leitete mit seinem ersten von acht nervenstark verwandelten Siebenmetern zum 7:5 (10.) die stärkste Phase der Bittenfelder ein. Der HR fiel kaum etwas ein. Im Angriff unterliefen dem TVB wenige Fehler, auch wenn des öfteren an Torhüter Matthias Ritschel scheiterte. Logische Folge war die 10:6-Führung der Bittenfelder nach 15 Minuten.

TVB-Trainer Henning Fröschle wechselte wie angekündigt häufig durch und schonte die Kräfte seiner Spieler. Die Bittenfelder spielten hochkonzentriert weiter, Evgeni Prasolovs 17:11 beendete herausragende erste 30 Minuten des TV Bittenfeld.

Hoch geführt hatten die Bittenfelder schon öfter, deshalb war der Halbzeitstand lediglich eine Momentaufnahme. Nach der Pause brachte HR-Trainer Goran Suton Daniel Sdunek für den guten Ritschel. Sdunek hielt ebenfalls stark – Krotz dagegen noch besser. Die Bittenfelder mussten sich nun aber mit einer viel aggressiveren Gästeabwehr auseinandersetzen. Rafal Glinski störte auf der vorgezogenen Position das Aufbauspiel des TVB, dennoch lag er auch nach 36 Minuten beim 20:14 komfortabel vorne.

Diesen Vorsprung büßte der TVB binnen zehn Minuten ein. Nach ein paar Fehlabspielen, überhasteten und riskanten Würfen der Bittenfelder hatte die HR beim 23:22 den Anschluss geschafft. Die Wende jedoch bedeutete dies nicht. Der TVB kämpfte verbissen in der nun hektischen Partie, in der die vor der Pause sicheren Schiedsrichter Hartmut Gentes und Martin Franz bisweilen den Überblick verloren. Mit zwei Toren von Kai Häfner und einem Treffer des guten Alexander Heib verschaffte sich der TVB beim 26:22 (49.) wieder Luft und gab weiter Gas.

Auf mehr als drei Tore ließ er die Gäste nicht mehr herankommen. Schweikardts Zaubertor zum 31:26 bedeutete drei Minuten vor dem Ende die Entscheidung in einem tollen Zweitligaspiel, das der TVB verdient mit 31:29 für sich entschied.

TV Bittenfeld: Krotz, Gustavsson; Seitner (5), Schöbinger (9/8), Prasolov (2), Lenz, Schweikardt (5), Heib (2), Baumgarten (1), Häfner (4), Wehner (3) HR Ortenau: Ritschel, Sdunek; Schöngarth (4), Garbacz (3), Bitterlich (1), Henne, Temelkov (4/2), Danner (5), Geppert, Catak (5), Gerber, Glinski (5), Valo (2).

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Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner