Vorbericht

Mit Teamgeist gegen den Vizemeister

Liebe Handballfreunde,

heute geht es auch in Stuttgart wieder los mit den Spielen der DKB Handball-Bundesliga. Dazu begrüßen wir Sie recht herzlich zur Partie gegen den DHB Pokalsieger aus Mannheim, die Rhein-Neckar Löwen. Willkommen heißen wir natürlich auch die Mannschaft und die sicherlich zahlreichen Anhänger aus Nordbaden. Vom Großraum Heidelberg, der ursprünglichen Heimat des deutschen Vizemeisters, ist es ja nur ein Katzensprung nach Stuttgart. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Begegnung. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Paukenschlag am ersten Spieltag der neuen Runde durch den TVB Stuttgart. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt siegte zum Auftakt der Saison 2018/19 beim SC DHfK Leipzig mit 27:26. „Wir sind für unseren kämpferischen Auftritt belohnt worden“, freute sich der TVB-Coach. Dabei war er mit der Ein-Tore-Führung (12:11) zur Pause nicht ganz einverstanden. „Das war eigentlich einen Tick zu wenig“, kritisierte Schweikardt, der aber in der zweiten Halbzeit eine Mannschaft sah, die voll dagegen hielt und am Ende dank dieser hervorragenden Moral einen doppelten Punktgewinn feierte. Das war auf jeden Fall eine tolle Werbung für das erste Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, die sich vor acht Tagen den Super-Cup des deutschen Handballbundes holten. Die Nordbadener schlugen dabei den deutschen Meister SG Flensburg Handewitt klar mit 33:26.

Letzteres macht deutlich, mit welchem Kaliber es die WILD BOS heute zu tun haben. Von sechs Experten wurden die Nordbadener in einer Umfrage der HANDBALLWOCHE als kommender deutscher Meister eingeschätzt. Mit Steffen Fäth, Jannik Kohlbacher, Jesper Nielsen, Ilija Abutovic und Vladan Lipovina musste der Champions League Teilnehmer fünf Neuzugänge integrieren, wobei besonders die deutschen Nationalspieler Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher die Abgänge von Kim Ekdahl de Rietz und Hendrik Pekeler kompensieren können. „Steffen Fäth ist im Rückraum eine Waffe“, verteilt der sportliche Leiter der Löwen, Oliver Roggisch, im Interview mit den BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN schon einmal Vorschusslorbeeren und weiter: „Jannik Kohlbacher wird durch unseren Regisseur Andy Schmid am Kreis noch einmal zehn bis fünfzehn Prozent besser.

“ Nationale Titel haben die Rhein-Neckar Löwen in den letzten Jahren schon einige eingeheimst, international hinken sie allerdings etwas den Erwartungen hinterher. In der Champions League konnte das in Mannheim ansässige Team bislang noch nicht restlos überzeugen. „Vom Titel reden wir hier nicht, aber das Final Four in Köln ist schon ein Ziel“, gibt Roggisch als Marschroute vor. Besonders ehrgeizig wird sich Trainer Nikolaj Jacobsen, der wie Alfred Gislason vom THW Kiel nach dieser Saison aufhört, ins Meisterschaftsrennen stürzen. Und so könnte es tatsächlich so weit kommen, dass einer der meist genannten Titelanwärter am Ende auch die Meisterschale in Empfang nehmen wird. Die Rhein-Neckar Löwen scheinen auf jeden Fall dafür bestens gerüstet zu sein.

Ganz anders ist die Zielvorgabe beim TVB Stuttgart. Mit dem Abstieg will das Team in dieser Runde nichts zu tun haben. Der TVB hatte lediglich zwei „richtige“ Neuzugänge zu integrieren. Lukas „Uri“ von Deschwangen kam vom Schweizer Meister Wacker Thun und David Schmidt war zuletzt bei den Eulen Ludwigshafen unter Vertrag. Sascha Pfattheicher von der SG Leutershausen war schon letzte Runde mit einem Doppelspielrecht für den TVB aktiv. Robert Markotic war eigentlich schon weg, wurde aber nach dem Wechsel von Stefan Salger zu den Ludwigshafener Eulen weiterverpflichtet.

Aber auch in der Geschäftsführung gab es eine Veränderung. Sven Franzen ist neuer Co-Geschäftsführer. Er ist für die Bereiche Vertrieb, Finanzen und Events zuständig. Er unterstützt damit den bisherigen (Allein-)Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der nun neben der Kommunikation auch den sportlichen Bereich verantwortet. Damit hat er neben seiner Tätigkeit als Trainer der Bundesliga-Mannschaft alle Hände voll zu tun.

Zum Glück meldete sich Johannes „Jogi“ Bitter nach seiner Rückenoperation rechtzeitig wieder zurück. Auch ist die Schulterverletzung von Dominik Weiß ausgeheilt, so dass lediglich noch die Rückenoperation von Max Häfner gegenwärtig zu einem kleinen Personalengpass führt. Gegen die Nordbadener ist auch wieder mit dem Einsatz von Michael „Mimi“ Kraus zu rechnen, der wegen Problemen am Sprunggelenk im Pokal und gegen Leipzig pausieren musste. „Die Rhein-Neckar Löwen sind natürlich ein übermächtiger Gegner. Aber wir müssen dann präsent sein, wenn die Löwen eine Schwäche zeigen“, fordert TVB-Trainer Jürgen Schweikardt, der natürlich auch wieder voll auf die Unterstützung durch das Publikum in der Porsche-Arena setzt.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainer Interview

Im Gespräch mit Nikolaj Jacobsen, Trainer der Rhein-Neckar Löwen

Herr Jacobsen, kein Sportler möchte zu lange an Vergangenes erinnert werden, wenn dies negativ ist. Eine Frage zur letzten Saison sei gestattet. Wie haben Sie diese außergewöhnliche Enttäuschung mit dem Verlust der fast schon sicheren Meisterschaft verarbeitet?
NJ: Wir haben natürlich darüber gesprochen und wollen jetzt aber nur noch nach vorne schauen. Wir hatten zum Ende der letzten Saison leider nicht das nötige Glück, das man braucht und was wir vielleicht auch in den Vorjahren hatten. Jetzt geht unser Blick in die Zukunft, und da wollen wir wieder angreifen.

Vielleicht ist es etwas abgedroschen, aber ein Profi versucht sich immer zu verbessern. Haben Sie in den letzten Monaten Erkenntnisse aus den Ereignissen gezogen, welche Sie in der Zukunft positiv verwenden können?
NJ: Selbstverständlich. Wir wollen und können uns immer verbessern. Wir haben fünf Neuzugänge auf wichtigen Positionen. Es wird noch eine Zeit lang dauern, bis die Mannschaft den Handball spielt, den ich mir wünsche. Aber das ist völlig normal und ich freue mich, wenn wir Fortschritte machen.

Wie sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung Ihrer Mannschaft zufrieden?
NJ: Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten vielleicht nicht die stärksten Teams in der Vorbereitung, haben uns aber bewusst für diesen Weg entschieden. Die Entwicklung der Mannschaft läuft sehr gut, die Neuzugänge finden sich immer besser zurecht.

Woran wollen Sie in den nächsten Wochen noch intensiv arbeiten, um mit Ihrer Mannschaft wieder um den Titel mitzuspielen?
NJ: Wir müssen eigentlich sofort funktionieren, in der Bundesliga kann jeder Punktverlust am Ende zu viel sein, nach dem vierten Spieltag beginnt schon die Champions League. Besonders in den ersten Wochen müssen wir aufpassen, weil wir einfach noch nicht so eingespielt sind.

Zu Beginn einer jeden Spielzeit ist es schwer das Leistungsvermögen des Gegners richtig einzuschätzen. Wie haben Sie sich ein Bild des aktuellen Leistungsvermögens des TVB verschafft und wie fällt Ihre Einschätzung aus?
NJ: Es war sicher eine Überraschung, dass der TVB aus dem DHB Pokal ausgeschieden ist. Ansonsten hat Jürgen Schweikardt seit seiner Trainerübernahme in der letzten Saison einen sensationellen Job gemacht. Ich bin mir sicher, dass der TVB nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird, viel hängt natürlich davon ab, ob Leistungsträger wie Mimi Kraus längerfristig ausfallen.

Wie gefährlich sind die ersten Spiele in der Bundesliga für die Topteams? Ist die Gefahr an den ersten Spieltagen größer, gegen einen Underdog zu verlieren?
NJ: Wir sind mit Sicherheit noch nicht so eingespielt, das kann natürlich ein Vorteil für den Gegner sein. Auf der anderen Seite haben wir noch mehr Kräfte, da die Saison eben erst beginnt. Es wird auf jeden Fall eine spannende Runde.

Spielbericht

TVB verliert erstes Heimspiel der Saison

Vor über 5.800 Zuschauern bewies der TVB Willen und Kampfgeist bis zur letzten Spielminute. Trotzdem wurde am Ende der Favorit aus Mannheim seiner Rolle gerecht.

Der TVB Stuttgart startete durchwachsen in die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen. Nach zehn gespielten Minuten stand es bereits 2:6 für den Vizemeister und Pokalsieger der vergangenen Saison. Doch der TVB stemmte sich gegen die Mannen aus Mannheim; TVB Trainer Jürgen Schweikardt ließ seine Mannschaft nun mit dem 7. Feldspieler agieren. Die taktische Umstellung fruchtete und der TVB kämpfte sich wieder auf drei Tore heran. Kurz vor dem Halbzeitpfiff drehten die Löwen jedoch auf und erhöhten im Handumdrehen auf 9:14.

Nach der Halbzeitpause legte der TVB wieder zu und konnte sich mit dem Treffer zum 13:17 in der 34. Spielminute wieder in Schlagdistanz bringen. Die anschließende doppelte Unterzahl der Löwen konnte der TVB nicht nutzen. Technische Fehler und überhastete Aktionen brachten das Spiel der Löwen wieder richtig ins Rollen und so stand es 15 Minuten vor Schluss 14:22 – die Entscheidung war bereits gefallen.

Vor über 5.800 Zuschauern in der Porsche-Arena bewies der TBV Stuttgart Charakter und zeigte auch in den Schlussminuten Willen und Kampfgeist. Mit dem Schlusspfiff markierte TVB Kapitän Simon Baumgarten das letzte Tor der Begegnung – die Partie endete 20:26 für die Gäste aus Mannheim.

Es spielten: Bitter, Maier, Schimmelbauer, Weiß, Schagen, Schweikardt, Späth, Markotic, Baumgarten, von Deschwanden, Röthlisberger, Pfattheicher, Schmidt, Krauß

Die letzten Spiele

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