Vorbericht

Hinrundenpunkterekord krönen

Liebe Handballfreunde,

zum Weihnachtsspiel in der DKB Handball-Bundesliga gegen den VfL Gummersbach heißt Sie der TVB Stuttgart herzlich willkommen. Begrüßen wollen hier in der Porsche-Arena auch die Mannschaft des Altmeisters und die mitgereisten Anhänger des Teams aus dem Oberbergischen. Grüß Gott sagen wir zudem den beiden Schiedsrichtern der Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Die traditionelle Partie am zweiten Weihnachtsfeiertag steht wieder auf dem Programm. Und mit ihr auch erneut ein großes Event für die Handballer des TVB Stuttgart. Die Porsche-Arena wird an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag wieder einmal bis auf den letzten Platz ausverkauft sein. Das ist Tradition bei diesen Begegnungen und die Stimmung in der Halle wird wie jedes Jahr wieder phänomenal sein. Dafür will auch die Mannschaft des Gastgebers sorgen und mit einem guten Spiel die Atmosphäre in der Arena zusätzlich pushen. Ähnlich wie vor knapp zwei Wochen, als die WILD BOYS im Lokalderby gegen die SG BBM Bietigheim mit 31:26 die Oberhand behielten und dabei bereits zur Pause mit 17:10 führten. „Besonders in der ersten Hälfte ist es uns gelungen, mehr Emotionen und Zweikampfstärke zu zeigen“, lobte TVB-Coach Jürgen Schweikardt. Sein Bietigheimer Trainerkollege war hingegen etwas angefressen angesichts der Leistung seines Teams vor dem Seitenwechsel: „Meine Mannschaft war nicht bereit, ans Limit zu gehen. So habe ich das in dieser Saison noch nicht erlebt“, so der Gästetrainer Ralf Bader. Im zweiten Durchgang kam die SG BBM Bietigheim zwar bis auf 22:19 heran, aber mit einem Zwischenspurt sorgte der TVB beim 26:21 wieder für klare Verhältnisse. Auch in der Tabelle weisen die WILD BOYS nun 13 Punkte auf, Hinrundenrekord für den TVB in der 1. Liga, haben also sieben Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit der Aufsteiger aus Bietigheim einnimmt. Der VfL Gummersbach  gewann das Kellerduell in Ludwigshafen bei den Eulen knapp mit 27:26 und entfernte sich dadurch etwas von den beiden gefährdeten Teams. Mit acht Punkten liegen die Oberbergischen momentan zwei Zähler über dem Strich.

Aber im Abstiegskampf befinden die Gummersbacher, einst das Aushängeschild des bundesdeutschen Handballs, immer noch. Die großen Europapokalschlachten des Altmeisters liegen lange zurück. Und so hat auch VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler die Neuausrichtung des Vereins eingeleitet. „Tradition wirft keine Tore“, wie er im Interview mit der HANDBALLWOCHE betont und weiter: „Wir müssen uns moderner aufstellen, um vor allem bei den jüngeren Anhängern attraktiv zu sein.“ Wie recht er damit doch hat, gehören doch die Erfolge der Oberbergischen längst der Vergangenheit an, Diese Zeit war zwar sehr glorreich, das aktuelle Team kämpft aber schon seit Jahren um den Klassenerhalt in der DKB Handball-Bundesliga. Der Ansatz Schindlers liegt daher in einer forcierten Nachwuchsarbeit. Hierzu trägt auch Heiner Brand, eine der Integrationsfiguren des VfL Gummersbach, bei und hat die Schirmherrschaft für die Nachwuchsakademie der Oberbergischen übernommen. Daneben legt Schindler Wert darauf, dass der Verein das sportliche Aushängeschild der ganzen Region ist und will sich mit einer sozialen Komponente auch für Sponsoren interessant machen. Dass rund 850 Anhänger und Vertreter aus Wirtschaft und Politik bei der Präsentation der Neuausrichtung in der Schwalbe-Arena präsent waren, zeigt das nach wie vor große Interesse am einzig noch verbliebenen Gründungsmitglied der Bundesliga, die 1966 aus der Taufe gehoben wurde.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen liegen auf der Hand. Mit derzeit 8:26 Zählern stehen die Oberbergischen gerademal auf Rang 16 in der DKB Handball Bundesliga. Und das kann nicht der Anspruch eines der bekanntesten Handballvereine der Welt sein. In dieser Saison haben die Gummersbacher bisher in der Vorrunde nur vier Siege eingefahren und dabei gegen Leipzig (30:28), Bietigheim (28:21), Ludwigshafen (27:26) sowie auch gegen die WILD BOYS (31:28) gewonnen. Vier Siegen stehen in dieser Saison also bisher 13 Niederlagen gegenüber. Im Spiel in Stuttgart werden Kapitän Drago Vukovic, der sich in der Partie beim Bergischen HC einen Achillessehnenriss zugezogen hat, und Rückraumspieler Luis Villgrathner nicht zur Verfügung stehen.

„Mit einem Erfolg können wir bereits einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen“, prophezeit WILD BOYS Coach Jürgen Schweikardt und wird seine Mannschaft auch dementsprechend einstellen. Aber dem Trainer sind sicherlich auch noch die letzten Spiele gegen den VfL Gummersbach in Erinnerung. In der vorigen Runde unterlag sein Team mit 26:22 im Heimspiel gegen die Oberbergischen. Das und die Niederlage aus der Vorrunde sollen nun in der mit über 6000 Zuschauern ausverkauften Porsche-Arena korrigiert werden. Aber Jürgen Schweikardt warnt: „Der VfL Gummersbach kommt nach dem Erfolg in Ludwigshafen sicherlich mit großem Selbstvertrauen nach Stuttgart.“ Er betont aber auch: „Wir wollen vor dieser großen Kulisse ein richtig gutes Spiel machen und möglichst als Sieger aus der Halle gehen.“ Und an die Zuschauer gerichtet: „Helfen Sie uns mit Ihrer lautstarken Unterstützung dabei.“

Freuen Sie sich auf spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainer Interview

Im Gespräch mit Denis Bahtijarević, Trainer des VfL Gummersbach

Herr Bahtijarević, Ihre Mannschaft hat in der Vorrunde vor allem die MUSS-Spiele gewonnen. Was hat Ihr Team bei diesen Siegen ausgezeichnet?
Unser Manko in dieser Saison war bisher, dass wir oft über 40 Minuten gut gespielt haben, jedoch dann auch Phasen hatten, in denen wir komplett eingebrochen sind. Zwei Dinge haben uns also in den siegreichen Spielen ausgezeichnet. Zum Einen haben wir in diesen Spielen die Stabilität über 60 Minuten gehabt und zum Anderen haben wir uns über die gesamte Spielzeit an unser Konzept gehalten. Wenn wir das nicht gemacht haben, dann sind die Einbrüche gekommen und wir hatten
große Probleme.

Und umgekehrt konnte der VfL gegen deutlich besser platzierte Teams bisher nicht groß punkten. Was fehlt Ihrer Mannschaft in diesen Duellen, um etwas Zählbares mitzunehmen?
Wie ich bereits gesagt habe, hatten wir oft nicht die Stabilität über 60 Spielminuten. Wir hatten immer Einbrüche, in denen wir von 0:5- bis 0:10-Läufen alles hinnehmen mussten. Es geht also um die Stabilität und das Durchhalten unseres Konzeptes. Sobald wir dieses gegen individuell bessereTeams verlassen haben, haben wir große Probleme vor allem mit der 1. und 2. Welle des Gegners bekommen, weil wir keine Chance hatten, uns schnell genug zurück zu ziehen.

Nach der Hälfte der Spiele musste Ihre Mannschaft mehr als 500 Tore hinnehmen. Ist die Abwehrarbeit in Kombination mit den Torhütern in der Vorrunde bisher Ihre größte Schwachstelle? Was möchten Sie in diesem Mannschaftsteil verbessern?
Ich denke, dass wir im Positionsangriff eine ordentliche Abwehr in der Vorrunde gespielt haben. Das ist nicht unser größtes Problem. Wir hatten immer dann die Probleme, wenn wir im Angriff unser Konzept verlassen haben und viele Schnellangriffe hinnehmen mussten. Dies ist zusätzlich jedesmal ein mentaler Tiefschlag. Natürlich können wir uns aber auch in der Abwehr noch verbessern.

Viele Handballkenner suchen die beiden Absteiger unter den aktuell drei letzten Teams Ludwigshafen, Bietigheim und Gummersbach. Sehen Sie das genauso oder wie schätzen Sie den weiteren Saisonverlauf ein?
Ich denke, dass viele Mannschaften, die im Mittelfeld stehen, keine Übermannschaften sind. Es sind noch sehr viele Spiele zu bestreiten und alle Mannschaften im unteren Drittel haben Potentiale sich zu verbessern. Mit einem Lauf von drei oder vier Siegen kann man in der Tabelle größere Sprünge machen, so wie wir es in der Rückrunde der letzten Saison auch bei Stuttgart erlebt haben. Deshalb ist es zu früh, dies zu sagen und alle Mannschaften haben noch viele Spielminuten mit hartem Kampf vor sich.

Wie haben Sie die letzten Spiele der WILD BOYS gesehen? Die Leistungen waren teilweise sehr schwankend. Was für ein Spiel erwarten Sie am 26. Dezember
in der Porsche-Arena?

Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie die letzten Duelle. Die Chancen stehen 50:50 und ich sehe keine Unterschiede, ob das Spiel in Stuttgart oder Gummersbach ist. Ein entscheidender Faktor sind für mich die beiden guten, erfahrenen Torhüter Lichtlein und Bitter und wer dieses Duell gewinnen wird.
Außerdem werden die Nerven wichtig sein und dass man die Ruhe bewahrt. Das Team, welches cooler bleibt, wird einen kleinen Vorteil haben.

Spielbericht

TVB Stuttgart beschenkt Fans mit Heimsieg zu Weihnachten

Dem TVB Stuttgart gelingt im letzten Spiel des Jahres 2018 ein wichtiger 31:30-Erfolg gegen den VfL Gummersbach. Mit nunmehr 15 Punkten geht der TVB gestärkt in die Winterpause.

In der mit 6.211 Zuschauer ausverkauften Porsche-Arena überzeugten die Wild Boys in einer spannenden Partie mit viel Einsatz und einer konzentrierten Leistung. Zwar gehörte das erste Tor des Abends dem VfL Gummersbach, die Mannschaft um Trainer Jürgen Schweikardt fand jedoch sofort die passende Antwort und übernahm durch den starken Dominik Weiss nach vier Minuten die Führung und befand sich während der gesamten restlichen Halbzeit nicht mehr in Rückstand. Auch Torhüter Johannes Bitter erwischte einen Sahnetag und hielt den TVB Stuttgart durch seine Paraden immer wieder in Front. Bitter konnte einige Tempogegenstöße für seine Mannschaft einleiten, die wiederum zu Toren führten. So traf etwa Manuel Späth nach einer großartigen Parade von Jogi Bitter in der 14. Minute von der Mittellinie in das leere Tor des VfL Gummersbach, der sein Überzahlspiel nicht effektiv nutzen konnte. Nur wenig später traf Dominik Weiss zum zwischenzeitlichen 7:4, nachdem sein Torhüter erneut parieren konnte. Dem VfL Gummersbach gelang nach 23 Minuten ein kurzes Aufbäumen, als er auf 10:8 an den TVB rankam. Doch die Wild Boys fanden die perfekte Antwort und gingen mit einer überzeugenden 14:10- Führung in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte des Spiels begann für den TVB problematisch. Bei seinem 7-Meter traf Michael Schweikardt den Torhüter der Gäste, Matthias Puhle, unglücklich am Kopf. Das Schiedsrichtergespann um Marcus Hurst und Mirko Krag entschied auf Rot für den 35-Jährigen. Ab da kippte das Spiel und Gummersbach übernahm nach 39 Minuten mit 18:17 die Führung. Es entwickelte sich ein echter Thriller in der Porsche-Arena, denn Gummersbach konnte wenig später auf 20:17 erhöhen. Der TVB Stuttgart nahm den Kampf aber an und bot trotz des Rückschlags eine kämpferische Leistung zum Jahresabschluss. Die Spieler lieferten sich einen hitzigen Schlagabtausch auf der Platte. Bobby Schagens Tor zum 18:20 in der 44. Minute und Jogi Bitters parierter 7-Meter leiteten die Wende im Spiel ein. Der TVB Stuttgart kam auf 20:21 an die Gäste ran. David Schmidt traf nach 47 Minuten mit einem starken Wurf aus dem Rückraum. Eine kurze Schrecksekunde kehrte ein, als Dominik Weiss nach seinem neunten Treffer des Abends in der 48. Minute am Boden liegen blieb.
Nach einer kurzen Behandlungspause ging es für Weiss aber weiter. In der 49. Minute traf David Schmidt dann für die Gastgeber zum erlösenden 23:23. Wenig später netzte Bobby Schagen nach einer Parade von Jogi Bitter zum 24:23 für die Wild Boys ein. In der 52. Minute erzielte Dominik Weiss das 26:24 und verschaffte seinem Team damit wieder Sicherheit im Spiel. Zwei Minuen vor Ende der Begegnung führte der TVB Stuttgart mit 30:29. Am Ende zeigten die Wild Boys die nötige Moral und gewannen das Weihnachtsspiel gegen den VfL Gummersbach mit 31:30.

Die Handball-Bundesliga geht bis Februar in die Winterpause. Das nächste Spiel des TVB findet am 07.02.2019 in Hannover statt, das erste Heimspiel bestreiten die Wild Boys dann eine Woche später, am 14.02.2019, gegen den TBV Lemgo.

Der TVB Stuttgart wünscht der Deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg bei der WM 2019.

Die letzten Spiele

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