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Vorbericht

Derbytime

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen Lokalderby in der DKB Handball-Bundesliga gegen die SG BBM Bietigheim heißt Sie der TVB Stuttgart herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der Porsche Arena auch die Mannschaft des diesjährigen Aufsteigers und die sicherlich zahlreich mitgereisten Anhänger des Teams vom Viadukt. Bietigheim und Stuttgart trennen ja nur rund 30 Minuten mit der S-Bahn. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Die Vorfreude auf dieses Lokalderby ist auf beiden Seiten groß. „Das wird ein Spiel mit großen Emotionen, sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Rängender Porsche-Arena“, prophezeit Trainer
des Gastgebers. Klar ist die Rivalität in einem Derby groß, die Akteure kennen sich untereinander gut, und da will natürlich keiner verlieren. Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge in Kiel (19:32) und Erlangen (31:25) benötigen die WILD BOYS heute Abend zwei Punkte, wollen sie nicht in den Abstiegskampf hineingezogen werden. Ein Sieg gegen die SG BBM Bietigheim wäre dabei ntürlich sicherlich doppelt wertvoll, da der TVB Stuttgart mit einem Erfolg den Abstand zu den Abstiegsrängen auf sieben Zähler ausbauen kann. Zum derzeitigen Abstand von fünf Punkten zu den abstiegsgefährdeten Mannschaften trug auch der überraschend deutliche 30:26 Erfolg gegen die MT Melsungen im letzten Heimspiel im November bei. Dabei gefiel vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit bei den WILD BOYS, die ohne Regisseur Michael „Mimi“ Kraus antreten mussten. „Jeder hat Verantwortung übernommen“, lobte WILD BOYS Coach Jürgen Schweikardt. Als die Partie noch einmal eng zu werden drohte, haben alle „mega gefightet und sich nicht unterkriegen lassen“ (Originalton Jürgen Schweikardt). Ein Sonderlob hatte der Coach für Lukas (Uri) von Deschwangen („sehr präsent“) und die Dynamik von Dominik Weiß
parat. „Wir müssen heute gegen Bietigheim genauso auftreten wie im letzten Heimspiel gegen Melsungen“, weiß der TVB-Trainer. Michael „Mimi“ Kraus wird heute noch fehlen, dafür wird Johannes
„Jogi“ Bitter wieder zwischen den Pfosten stehen. Er hatte sich im Auswärtsspiel in Kiel eine Außenbandkapselverletzung zugezogen, zeigte aber bereits drei Tage später in Erlangen trotz der
klaren Niederlage wieder eine ganz starke Leistung.

Bietigheim gehört seit dieser Saison wieder zu den Hauptstädten des Handballs in Deutschland. Neben Göppingen hat die Stadt am Viadukt zwei Bundesligamannschaften, je eine bei den Frauen und bei den Männern. Im Jahr 2017 wurde das Damenteam deutscher Meister. Im Jahre 2018 zogen auch die Männer nach, wurden zweiter in der Zweiten Bundesliga und stiegen in die DKB Handball-Bundesliga auf. Dort tut sich das Team von Trainer Ralf Bader erwartet schwer, liegt derzeit auf
dem 17. Rang, was am Ende der Runde den Abstieg bedeuten würde. Aber die Gäste setzen auf ihre enorme Kampfkraft. Der erste Erfolg in dieser Saison gelang ausgerechnet im Lokalderby in heimischer Halle gegen Frisch Auf Göppingen. 30:29 hieß es am Ende für den Aufsteiger. Den zweiten Sieg feierte die Spielgemeinschaft im Kellerduell bei den Eulen Ludwigshafen. Das waren sicherlich zwei Big Points in der Halle des unmittelbaren Konkurrenten um den Klassenerhalt. Dass sie aber durchaus auch in der Lage sind, gegen renommierte und ambitionierte Bundesligisten zu bestehen, bewiesen die Bietigheimer in Hannover, als sie in der TUI-Arena gegen die TSV Hannover Burgdorf einen geradezu sensationellen 27:26 Auswärtserfolg feierten. „Wir müssen höllisch aufpassen“, verrät TVB Stuttgart Trainer Jürgen Schweikardt.

Wiedersehen mit alten Mannschaftskameraden feiern kann Torhüter Jürgen Müller, der in der Aufstiegssaison 2014/15 das Tor der Bittenfelder Handballer hütete. Dauerbrenner bei den Gästen ist Rückraumspieler Robin Haller, der dem Verein jetzt schon zwölf Jahre die Treue hält und dabei auch beim ersten Gastspiel der Bietigheimer in der DKB Handball-Bundesliga in der Runde 2014/15 im Team stand. Ihm am nächsten in puncto Vereinszugehörigkeit kommen Kreisläufer Patrick Rentschler
sowie Rechtsaußen Christian Schäfer.

Die Anhänger beider Teams werden alles geben, um ihrem Team die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Die Spieler beider Mannschaften werden alles aus sich herausholen und werden sich während der 60 Minuten auch nichts schenken.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

Im Gespräch mit Ralf Bader, Trainer der SG BBM Bietigheim

Herr Bader, mit inzwischen drei Siegen hat Ihre Mannschaft die Konkurrenzfähigkeit in der DKB Handball-Bundesliga bewiesen. Was hat im Duell am letzten Spieltag gegen den direkten Konkurrenten Erlangen zum Punktgewinn gefehlt?
Die Niederlage war tatsächlich bitter für uns, da wir im Vergleich zum Spiel gegen Lemgo in der Abwehr eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Damit wir jedoch ein Bundesligaspiel gewinnen können, benötigen wir in allen Bereichen sehr gute Leistungen, was uns bisher dreimal gelungen ist. Ich möchte da meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, am Ende hat es aber nicht gereicht, obwohl die Erlangener gewackelt haben. Natürlich sind wir darüber sehr enttäuscht, was aber nichts daran ändert, dass wir unser Saisonziel Klassenerhalt weiter erreichen können.

Der bisherige Verlauf der Saison zeigt, dass der Klassenerhalt kein Ding der Unmöglichkeit ist. Es könnte durchaus bis zum letzten Spiel spannend bleiben. Wie viele Punkte werden nötig sein, um den Verbleib im Oberhaus zu sichern?
Das ist in dieser Phase der Saison natürlich ganz schwer zu sagen. Ich denke, dass die 15 Punkte aus der Vorsaison nicht reichen werden. Vielleicht sind 17 oder 18 Punkte nötig, um in der Liga zu bleiben. Es zeichnet sich ja langsam ab, welche drei Teams um den Drittletzten Platz kämpfen werden. In diesem Kampf hängt es dann davon ab, welche Mannschaft nochmal in einen Lauf kommen kann. Sollte dies der etablierte Bundesligist Gummersbach sein, wird es für uns natürlich schwer, aber das wird sich im weiteren Verlauf zeigen.

Um in einem Spiel Punkte mitzunehmen, muss speziell für einen Aufsteiger alles passen. Worin haben Sie bisher den Hauptgrund Ihrer Niederlagen ausgemacht? Warum waren Sie im Vergleich zum Gegner unterlegen?
Es war von Beginn an klar, dass wir rein in der Körperlichkeit Nachteile haben. Deshalb haben wir gezielt vor allem große Leute verpflichtet. Trotzdem muss man sehen, dass einige unserer Jungs
Anfang 20 sind und ihnen dadurch natürlich noch die Erfahrung und die Trainingsjahre fehlen. Es fällt einfach auf, dass wir im Angriff großen Aufwand betreiben müssen, um uns Torchancen zu erarbeiten. Dabei tun sich viele Mannschaften leichter, die mit körperlich starken Spielern Lücken reißen können. Insgesamt sind wir von der individuellen Qualität, wenn wir uns auf allen Positionen vergleichen,immer etwas schlechter und müssen dies durch andere Attribute wie Kampfkraft wettmachen.

Die Handballregion um Stuttgart stellt aktuell drei Erstligisten. Welche Gründe sehen Sie für den Vormarsch der Vereine aus dem Schwabenland?
Handball hat meiner Ansicht nach in der Region eine lange Tradition. Bietigheim ist auch kein Verein, welcher erst in den letzten Jahren aufgekommen ist, sondern schon länger im höheren Leistungsbereich spielt. Natürlich stimmen zusätzlich die finanziellen Möglichkeiten. Handball steht nicht in der dritten Reihe, sondern ist nach dem VfB Stuttgart eine große Nummer in der Region. Es gibt viele Vereine und viele Kinder spielen Handball, was die Basis bildet. Die einzige Sorge, die ich etwas habe, ist, dass nach den Bundesligisten im Leistungsbereich in Zukunft keine zu große Lücke klaft.

Ihr erstes Derby der Saison gegen Göppingen haben Sie gewonnen. Dies war Ihr erster Bundesligasieg überhaupt. Kommt die Derbystimmung dem Außenseiter zu Gute? Wie schätzen Sie die Chancen gegen die WILD BOYS ein?
Es ist nicht so einfach zu sagen, dass die Stimmung dem Außenseiter nützt. Grundsätzlich ist es für den Außenseiter von Vorteil, wenn er von der nominell stärkeren Mannschaft unterschätzt wird, was aber in einem Derby nie der Fall sein sollte. Für mich ist ein Derby immer emotionaler als andere Spiele und dadurch kann einfach sehr viel passieren. Deshalb hoffen wir auch im Spiel gegen die WILD BOYS auf eine emotionale und intensive Atmosphäre und glauben an unsere Chance.

Mit dem TVB-Trainer Jürgen Schweikardt verbindet Sie eine Freundschaft seit der eigenen Jugend. Was bedeutet nun für Sie das direkte Aufeinandertreffen als Bundesligatrainer? Welche besondere Herausforderung ergibt sich durch solch eine lange Verbundenheit?
Dieses Thema würde ich persönlich überhaupt nicht hoch aufhängen. Mittlerweile weiß jeder Trainer in der Bundesliga alles über die gegnerische Mannschaft. So hat jeder Trainer die gleichen Voraussetzungen, ob man sich kennt oder nicht. Was das Thema Freundschaft angeht, ist diese für das Spiel vollkommen ausgeblendet. Dies ist auch gar kein Problem und jeder konzentriert sich im Vorfeld vollkommen auf das Spiel und lässt nichts anderes an sich heran. Wir werden beide versuchen unsere Teams bestmöglich zu unterstützen und können dann nach dem Spiel hoffentlich locker darüber reden auch wenn die zwei Punkte bei dem einen oder anderen landen. Davon wird unsere Freundschaft jedoch nicht berührt.

Spielbericht

Wichtiger Sieg für den TVB im Derby

Der TVB Stuttgart hat im Schwabenderby gegen die SG BBM Bietigheim einen wichtigen Heimsieg einfahren können. Der TVB kann die erste Begegnung der beiden Mannschaften in der Handball-Bundesliga souverän mit 31:26 für sich entscheiden.

Die ersten fünf Minuten gehörten allerdings den Gästen. Die Bietigheimer kamen stark in die Partie und gingen verdientermaßen früh mit 3:1 in Führung. Den Wendepunkt setzte Jogi Bitter mit seiner ersten Parade in der vierten Minute. Der TVB Stuttgart übernahm ab da an das Tore erzielen und ging in der sechsten Minute erstmals durch David Schmidt mit 4:3 in Führung, die die Gastgeber bis zum Ende der Partie nicht mehr abgaben. Den Gästen gelang nur noch wenig, die Abwehr des TVB arbeitete konzentriert, was Bietigheim oft zu Zeitspiel und überhasteten Würfen zwang, die Jogi Bitter wiederum parieren konnte. Ein kleiner Hauch von Derby kam auf, als Robert Markotic in der 19. Minute von Jan Asmuth hart angegangen wurde und die Gemüter für kurze Zeit zu überkochen drohten. Folgerichtig wurde Asmuth vom Schiedsrichtergespann für zwei Minuten von der Platte geschickt. Darüber hinaus war bei den Bietigheimern allerdings wenig Einsatz zu sehen, was folgerichtig zum Halbzeitstand von 17:10 führte. Die deutlichen Verbesserungen im Abwehr-, aber auch im Offensivspiel des TVB im Vergleich zur Auswärtsniederlage in Erlangen, waren für jeden der 5.291 Zuschauer zu erkennen.

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste endete: mit einem Treffer des TVB Stuttgart. Michael Schweikardt traf sehenswert nach Wiederanwurf für seine Mannschaft. Die Gäste aus Bietigheim kamen besser aus der Pause als sie in diese rein gingen und verkürzten zwischenzeitlich auf 22:19. Das konnte aber die Wild Boys in ihrem Spiel nicht erschüttern, auch weil der eingewechselte Jonas Maier mit Paraden in der letzten Viertelstunde glänzen konnte. Für die Entscheidung sorgte wohl Bobby Schagen. Der Holländer traf in der 57. Minute per 7-Meter zum 30:25. Die Zuschauer in der Porsche-Arena sahen einen engagierten Gastgeber, der das Derby verdientermaßen mit 31:26 gewinnen konnte.

Ein wichtiger Sieg für den TVB, der nicht nur tabellarisch gut tut, sondern auch Balsam für die Seele für das Teams um Jürgen Schweikardt und Karsten Schäfer ist. Kommenden Donnerstag geht es für die Wild Boys zu den Rhein-Neckar Löwen. Das nächste Heimspiel findet am 26.12. ebenfalls in der Porsche-Arena gegen den VfL Gummersbach statt.

Die letzten Spiele

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