Seitner und Hauk verlassen den TV Bittenfeld

Wegen der Europameisterschaft ruht im Januar der Spielbetrieb in der 2. Liga. Die Teams bereiten sich auf den zweiten Teil der Saison vor. Und es bleibt Zeit, ausgiebig am Kader für die neue Saison zu basteln. Beim TV Bittenfeld hat’s zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen Jahren nicht besonders viel Bewegung gegeben, diesmal ist das anders: Mit Sebastian Seitner und Marco Hauk bricht dem TVB die komplette rechte Seite weg. Mit Florian Schöbinger verlieren die Bittenfelder einen Spieler, der auf nahezu allen Positionen einsetzbar ist. Den Betriebswirtschafts-Studenten zieht’s berufsbedingt nach Schweden. Ob für ein halbes oder ganzes Jahr, ist noch offen.

„Das ist natürlich nicht gerade erfreulich“, sagt Günter Schweikardt, Trainer und Sportlicher Leiter beim TVB. Alle drei seien sehr gute Spieler und Stützen der Mannschaft. „Wir hätten sie sehr gerne behalten, müssen ihre Entscheidung aber akzeptieren und respektieren.“

Der TVB muss aktiv werden

Bis zuletzt war Schweikardt guter Dinge, dass Hauk und Seitner ihre am Ende der Saison auslaufenden Verträge nochmals verlängern werden. Die Linkshänder waren maßgeblich am Aufschwung des TVB beteiligt. Für die Bittenfelder besteht nun auf der rechten Seite Handlungsbedarf. „Wir waren hier sehr gut eingespielt“, sagt Schweikardt. „Und wie wichtig die Feinabstimmung im Handball ist, zeigt sich ja jetzt bei der Europameisterschaft.“

Schweikardt muss den Spielermarkt sondieren. „Das tun wir mit der notwendigen Geduld“, sagt er. „Wir wissen, wer für uns interessant sein könnte. Aber wie immer, muss ein Spieler auch zu uns passen.“

Sehr schnell ein wichtiger Bestandteil des Teams wurde Sebastian Seitner, als er zur Saison 2008/2009 vom Regionalligisten HSG Konstanz nach Bittenfeld wechselte. Nach zwei Spielzeiten in der 2. Liga zieht Seitner, der nächsten Monat 31 Jahre alt wird, trotzdem einen Schlussstrich. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, ich fühle mich hier extrem wohl“, sagt er. „Für mich ist’s jetzt aber an der Zeit, andere Prioritäten zu setzen.“

Mittelfristig sei ihm der Beruf, Seitner wird Lehrer, wichtiger als der professionelle Handball. Und dorthin bewege sich der TVB mehr und mehr. Der Aufwand mit bis zu sieben Trainingseinheiten die Woche ist Seitner zu groß. „Aus diesem Grund habe ich damals schon in Göppingen aufgehört.“ Seitner, dessen Lebensmittelpunkt Stuttgart ist, wird sich dem Baden-Württemberg-Oberligisten HV Stuttgarter Kickers anschließen. Da liegt die Halle quasi vor der Haustüre.

Ein halbes Jahr nach Seitner stieß Marco Hauk aus Großwallstadt zum TV Bittenfeld. Auch er fügte sich rasch ein und war in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht wegzudenken aus dem Team. Hauk entwickelte sich zudem zu einem der besten Rechtsaußen der Liga. Wie gut er ist, bekam am letzten Spieltag vor der EM-Pause die TSG Friesenheim zu spüren: Hauk war mit sechs Toren maßgeblich am 31:25-Sieg der Bittenfelder beteiligt. Eben jene Friesenheimer haben sich zur neuen Saison die Dienste des 25-Jährigen gesichert. Was natürlich ein bisschen pikant ist. Schließlich muss der Vorjahresvizemeister und aktuelle Tabellenzweite die Bittenfelder im Kampf um den Aufstieg durchaus fürchten bei gerade einmal drei Punkten Vorsprung. Marco Hauk in Hochform könnte die „Eulen“ auf dem Flug in die 1. Bundesliga also durchaus ins Trudeln bringen.

Anfang Dezember habe er mit den Verantwortlichen des TV Bittenfeld über eine Vertragsverlängerung gesprochen, sagt Hauk. „Zu diesem Zeitpunkt plante ich hierzubleiben.“ Sportlich habe er in Bittenfeld nichts auszusetzen gehabt. Klar sei für ihn aber auch gewesen, dass er sich irgendwann wieder in Richtung Heimat, nach Östringen, bewegen werde. Hauks Freundin arbeitet dort, „und die Fahrerei ist doch ziemlich stressig“. Dass er den Schritt jetzt bereits mache, habe mit der beruflichen Situation zu tun. Im Mai wird Hauk in Waiblingen seine Ausbildung zum Mediengestalter abschließen, und gerade in diesem Bereich habe er in Östringen ein Angebot bekommen. „Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.“ Und die 30 Kilometer ins Training seien auch nicht die Welt.