Wenn nachts um halb zwölf das Handy klingelt

Fünfeinhalb Jahr stand Marc Bürkle im Tor des TV Bittenfeld. In der Weihnachtspause der Saison 2005/2006 war Schluss. Der Beruf spannte Bürkle zu sehr ein, so verpasste er den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der Kontakt zum TVB ist jedoch nie abgerissen, Bürkle war Stammgast bei den Heimspielen in der Gemeindehalle.

Nach seinem Abschied hielt sich Bürkle im Fitness-Studio fit. Im Tor stand er jedoch nicht mehr – bis zur Weltmeisterschaftspause im Januar. Als Björgvin Gustavsson und Benjamin Krotz im Training fehlten, fragten die Bittenfelder ihren Ex-Keeper. „Wir haben noch geflachst und gesagt, wer weiß, ob ich noch irgendwann gebraucht werde“, sagt Bürkle.

Freitagnacht um halb zwölf klingelte bei Bürkle das Handy. TVB-Trainer Günter Schweikardt wollte wissen, „was ich denn am Samstag so mache“. Er, Schweikardt, brauche noch einen Torhüter für das Spiel in Delitzsch. „Ich habe spontan zugesagt“, sagt Bürkle. „Als ich aufgelegt hatte, hab’ ich mich gefragt, auf was ich mich da bloß eingelassen hab’.“

Den Gedanken, dass sich Benjamin Krotz verletzten könnte, hat er schnell wieder verdrängt. „Das hätte ein ganz bitterer Abend werden können.“ Als die Bittenfelder uneinholbar in Führung lagen, wurde Bürkles Hilfsbereitschaft belohnt: Er durfte für fünf Minuten aufs Feld. „Das hat mich riesig gefreut“, sagt er. Viel gehalten hat er zwar nicht, den Ausflug in den Osten mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen hat er dennoch genossen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Hat der Einsatz Lust gemacht auf mehr? „Einmal könnte ich theoretisch ja noch“, sagt Bürkle und lacht.

Zwei Spiele pro Saison darf ein Spieler auch ohne Bundesliga-Pass machen.