Delitzsch ratlos, Bittenfeld hellwach

Björgvin Gustavsson hatte schon im Training am Donnerstag wegen Fieber gefehlt, am Freitag ging’s ihm nicht viel besser. Für TVB-Trainer Günter Schweikardt war ein Einsatz zu riskant, er verzichtete auf den isländischen Nationaltorhüter. Dumm nur, dass von Gustavssons Vertretern weder Steffen Lehle noch Felix Schmidl zur Verfügung standen. Kurzerhand reaktivierten die Bittenfelder ihren ehemaligen Torhüter Marc Bürkle.

Weil Sebastian Seitner mit einer Sehnenverletzung ausfiel, Patrick Kleefeld mit Deizisau im Einsatz war und sich Jürgen Schweikardt, Florian Schöbinger und Ludek Drobek nicht hundertprozentig fit fühlten, waren die Aussichten auf den vierten Auswärtssieg alles andere als gut. Zumal die in Bestbesetzung angetretene Concordia Delitzsch ihre Chance auf den zweiten Platz bei einem Erfolg gegen den TVB erhalten hätte.

Ausgeglichen verliefen die ersten 30 Minuten. Bis zur 20. Minute lag der TVB meist mit einem Treffer in Führung, ehe Florian Schöbinger das 9:7 gelang. Nach Alexander Heibs 11:8 sah sich Concordia-Coach Uwe Jungandreas zur ersten Auszeit gezwungen (23.). Der TVB kam nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser mit der 5:1-Deckung der Delitzscher mit Ulrich Streitenberger auf der vorgezogenen Position zurecht. Zwei Sekunden vor der Pause gelang Jens Baumbach das wichtige Tor zum 13:11.

Als der beste Delitzscher Schütze, Philipp Seitle, per Siebenmeter den 12:13-Anschluss erzielt hatte, hofften die Fans der Heimmannschaft auf die Wende – und staunten nicht schlecht. Seitles Treffer zum 13:15 war der letzte für 13 (!) Minuten. Die Bittenfelder Abwehr um den starken Ludek Drobek im Zentrum war nicht mehr zu überwinden. Bis zur 45. Minute zog der TVB mit neun Toren in Folge vorentscheidend auf 24:13 davon.

In dieser Phase funktionierte alles bei den Bittenfeldern. Benjamin Krotz hielt prima. Kai Häfner machte in der Rolle des verletzten Sebastian Seitner im rechten Rückraum ein gutes Spiel, auch wenn er nicht gerade vom Wurfglück verfolgt war. Um so sicherer im Abschluss waren Marco Hauk, Alexander Heib und Adrian Wehner. Letzterer erzielte sechs seiner sieben Tore nach dem Wechsel. Dieses Trio bekam Delitzsch nicht in den Griff. Nur durch Fouls und auf Kosten eines Siebenmeters zu bremsen war Simon Baumgarten am Kreis.

Acht Minuten vor dem Ende führte Bittenfeld mit zwölf Toren (28:16), zu diesem Zeitpunkt war die Partie längst gelaufen. Am Ende stand nach einer beeindruckenden Leistung beim 31:21 der vierte und gleichzeitig höchste Aswärtssieg.

SV Concordia Delitzsch: Röttig, Pulay; Kählke (1), Streitenberger (5/1), Hummel (2), Oelrich (2), Maltsev (1), Eulitz (1), Weiß (1), Deitzmann, Riehn (1), Seitle (7/1), Pietzsch, Meiner, Warmuth.

TV Bittenfeld: Krotz, Bürkle; Schöbinger (3), Prasolov (1), Schweikardt (2/1), Heib (7/4), Baumgarten (1), Häfner (1), Wehner (7), Hauk (8), Drobek, Baumbach (1).